Unser Lieblingsstück der Woche

Jede Woche wollen wir nun unter der neuen Rubrik „Lieblingsstück der Woche“ vereinzelte
Favoritenlose unserer Philatelisten vorstellen, die in unserer nächsten Auktion versteigert werden.
Freuen Sie sich auf eine interessante und spannende Vorschau der etwas anderen Art.
Und vielleicht entdecken ja auch Sie einen neuen Schatz.

In der Welt des Sammelns gibt es jeden Tag etwas Neues zu entdecken...

Christoph Gärtner
2022 – KW 2
10 Gulden Münze 1935 aus Danzig

Los 2123 wird am 15. Feburar 2022 versteigert.

Von 1814 bis zum Versailler Vertrag am 28. Juni 1919 gehörte Danzig zu Preußen. Nach Art. 100ff. dieses Vertrags wurde sie vom Deutschen Reich losgelöst, zur freien Stadt erklärt und unter dem Schutz des Völkerbundes gestellt. Damit war Danzig ein Freistaat geworden. Die Inflation in Deutschland 1922/1923 machte vor Danzig nicht halt, da die Freie Stadt an der Mark-Währung festhielt. Um die Währung zu stabilisieren wurde im Deutschen Reich die Rentenmark eingeführt. Danzig aber hat sich für einen anderen Weg entschlossen: Der Senat von Danzig hat im Gesetz vom 20. Oktober 1923 den Gulden zu 100 Pfennig geschaffen. Durch den Anschluss an das

Deutsche Reich und der Einführung der Reichsmark am 01. September 1939  wurde der Gulden schließlich wieder abgeschafft.

Diese kurze Periode und die geringen Prägezahlen (ca. 380.000 Stück) machen das hier angebotene Stück zu einem begehrten Sammelobjekt.


2021 – KW 51
Stille Nacht, heilige Nacht

„Stille Nacht, heilige Nacht“ ist sicherlich eines der bekanntesten Weihnachtslieder der Welt. Es ist in über 300 Sprachen und Dialekte übersetzt, seit 2011 auf der UNESCO Liste als immaterielles Kulturerbe Österreichs und das Lieblingslied von Papst Franziskus und sicherlich auch von manch einem anderen. Uraufgeführt wurde dieses Lied 1818 in der St. Nikola Kirche in Oberndorf bei Salzburg vom Hilfspfarrer Joseph Mohr, der bereits 1816 den Text dazu schrieb, sowie vom Dorfschullehrer und Organisten Franz Xaver Gruber. Ungewöhnlich für ein Kirchenlied ist die (ursprüngliche) Instrumentierung zweier Männerstimmen (Tenor und Bariton) mit Gitarrenbegleitung, einem Instrument, welches in der damaligen Zeit eher dem Wirtshaus als der Kirche zugeordnet wurde. Dass diese Instrumentierung einer hungrigen Kirchenmaus zu verdanken ist, die in den Tagen vor Weihnachten den Blasebalg zernagt hätte, ist

eine Legende aus den 1950er Jahren, was aber die Konditoren im Salzburger Land nicht darin hindert „Stille Nacht-Mäuschen“ zu verkaufen.

Es verwundert nicht, dass dieses Lied auf mehr als einer Briefmarke geehrt wird. Dieses ungezähnte Exemplar der Österreichischen Weihnachtsmarke von 1968 ist zum 150-jährigem Jubiläum der Uraufführung erschienen. Abgebildet ist die Krippe aus der „Stille Nacht“ Gedächtniskapelle in Oberndorf/Österreich.

Diese recht seltene Marke wird in unserer 52. Auktion im März 2022 versteigert. Zudem wird es ein umfangreiches Angebot ungezähnter Marken und Phasendrucke Österreichs aus dem Zeitraum 1966 bis 2001 geben. Insbesondere auch den Thematik-Sammlern können wir jetzt schon den Österreich Abschnitt der kommenden Auktion empfehlen.

Dieses Los wird in unserer 52. Auktion versteigert.


2021 – KW 49
Venezuela 1861: Farbfehldruck der ½ r erste Ausgabe

Venezuela 1861: Farbfehldruck der ½ r erste Ausgabe im groben Druck in rot statt in gelben oder orangefarbenen Tönen.

Die ersten Ausgaben von Venezuela, kaum größer als ein Fingernagel, haben Sammler südamerikanischer Staaten schon immer fasziniert, nicht zuletzt wegen der verschiedenen Farbtöne und teils eigenartigen Entwertungen, oft mit Stempeln aus der Vormarkenzeit.

Was den Farbfehldruck anbelangt, wurde dieser nach Angaben in der Literatur in der Fachwelt bereits 1912 erwähnt, geriet sodann aber in Vergessenheit. Bis heute sind nur ganz wenige echte Exemplare dieser sehr seltenen Marke bekannt geworden. Es handelt sich um ein postfrisches Exemplar (ex-Ferrary und ex-

Heister), ein gebrauchtes Exemplar (stark repariert) und ein gebrauchtes Exemplar (ex-Ferrary). Das in unserer 52. Auktion zum Ausruf kommende Stück ist eine Neuentdeckung und das beste gebrauchte, bis heute bekannte Exemplar. Dies schreibt Dr. Knut Heister, ein großer Kenner und Experte für die Marken von Venezuela, in seinem Fotoattest aus 2021. Es erfüllt uns mit Stolz, eine der größten Raritäten der Venezuela-Philatelie versteigern zu dürfen.

Dieses Los wird in unserer 52. Auktion versteigert.


2021 – KW 48
Die Philatelie als Zeitzeuge

Bei einer Begutachtung einer Sammlung sind unsere Philatelisten auf eine Karte vom 05.03.1941 gestoßen, die nicht nur in der Philatelie, sondern auch aus zeithistorischer Sicht interessant ist. Sie wurde geschrieben von Herrn Alfred Sommerguth an Herrn Dr. Paul Flütsch in Lugano, wobei es um die Einreise von Herrn Sommerguth in die Schweiz und die Ankündigung eines Betrages von 6000 oder sogar 8000 Franken geht, den Herr Sommerguth als Depot stellen könnte. Alfred Sommerguth und seine Gattin Getrud waren bedeutende Kunstsammler und hatten eine Sammlung von 106 Gemälden zusammengetragen. Diese wurden ihnen, da sie jüdischen Glaubens waren,

sukzessive von den herrschenden Nazis geraubt, durch pseudo-legale Aktivitäten wie durch eine Zwangsversteigerung bei H.W. Lange, Berlin. Der Erlös diente zur Begleichung der fälligen „Judenvermögensteuer“. Auch der verbliebene Rest wurde Ihnen durch eine Kontensperrung vorenthalten, sodass die Eheleute im Exil völlig mittellos waren, entgegen der optimistischen Annahme in dieser Karte vom 05.03.1941 Immerhin schafften die beiden es über die Schweiz, Portugal und Cuba nach New York, wo Herr Sommerguth 1950 verarmt starb, seine Gattin folgte ihm vier Jahre später.

Dieses Los wird in unserer 52. Auktion versteigert.


2021 – KW 45
Ein schönes Beispiel der Postkarte „Full-Face McKinley“

Im Scott-Katalog wird die Karte ohne aufgedruckte Adresse mit 14.000 $ bewertet, mit aufgedruckter Adresse dagegen mit 2.500 $. Der gesamte Bestand von 500 Karten wurde versehentlich an Booth, Dailey & Ivins in New York geschickt, wo sie kurz darauf mit ihrer Adresse etc. vorgedruckt wurden. Infolge des Drucks gab es keine Karten mehr für Sammler. Dieses „Unmarked Specimen“ wurde vor langer Zeit als vollwertige „postfrische“ Karte akzeptiert, um

Sammlern eine vollständige Sammlung zu ermöglichen. Albert Daggett, der Auftragnehmer für den Druck der Full Face-Karte konnte das Postamt in Washington wegen der minderwertigen Qualität seiner Produktionen nie zufrieden stellen. Alle eingereichten Muster wurden abgelehnt, woraufhin die PMG am 29. April 1902 die Vernichtung des gesamten Bestands von 1.625.000 Karten anordnete.


2021 – KW 44
"Muster ohne Wert"?

„Muster ohne Wert“ sind eine besonders preisgünstige Versendungsform des Weltpostvereins. Frankierte Deckel von Rosinendosen des Deutschen Postamtes in Konstantinopel, auf Ganzsachen-Postkarten geklebte Stoffproben, in Briefe eingelegte Strohhalme und Trockenblumen – ungewöhnliche Beispiele für diese aus dem internationalen Handel lange Zeit nicht wegzudenkende Versandform sieht man immer mal wieder in Auktionskatalogen.Im vorliegenden Fall haben wir eine noch original versiegelte Tee-Probe mit Adress-Anhänger aus Colombo (Ceylon/Sri Lanka) aus dem Juli 1949 adressiert nach Düsseldorf. Luftpost-Einschreiben haben sicherlich einen Teil der Ersparnis, den die Versandform „Muster ohne Wert“ brachte, wieder aufgefressen, aber der Versender in Colombo scheint diese Kombination häufiger gewählt zu haben, hat er doch einen Stempel mit dieser Sendungsform

angebracht. Und trotzdem dürften nur ganz wenige dieser Probesendungen heute noch existieren, denn die meisten Empfänger dürften an der Qualitätsprobe des Tees interessiert gewesen sein, welche die

ungewöhnliche Kombination der Versandarten vielleicht nicht mal wahrgenommen haben.
Alles in allem ein schönes Beispiel für den internationalen Handel nach dem Zweiten Weltkrieg, welches nicht nur bei Ceylon oder Commonwealth Sammlern Interesse finden sollte, sondern auch als Beispiel für den Konsumrausch des beginnenden Wirtschaftswunders in einer Sammlung zur Historie Deutschlands seinen würdigen Platz finden kann.

Ob der enthaltene Tee nach über 70 Jahren noch genießbar ist?
Ich würde es nicht ausprobieren wollen, müssten dazu doch die Siegel aufgebrochen und dieses dekorative Gesamtwerk zerstört werden.

Dieses Los wird in unserer 52. Auktion versteigert.


2021 – KW 41
Fehldruck unter französischer Verwaltung

Als nach dem Ersten Weltkrieg das Saargebiet, ein bedeutender Standort der Montanindustrie, unter Völkerbundsmandat und unter französische Verwaltung gestellt wurde, erschienen Freimarkenserien mit Ansichten aus dem Saarland. Die höchste Nominale von 25 Mark zeigte die rauchenden Schlote der Burbacher Hütte, was die enorme Bedeutung der Schwerindustrie zu damaliger Zeit verdeutlicht. Während heutzutage Staaten um Batterie- und Chipfabriken buhlen, um nicht von fragilen weltweiten Lieferketten abhängig zu sein, zählte damals die Kohle- und Stahlproduktion, welche die Materialien für Rüstungsgüter bereitstellen konnte. Wie sich die Prioritäten doch ändern.

Die französische Verwaltung setzte natürlich alles daran, um das Saargebiet wirtschaftlich an Frankreich anzuschließen; so erfolgte ab Ende 1920/Anfang 1921 die allmähliche Einführung des französischen Francs. Die vorhandenen Marken in Mark-Währung wurden mit der neuen Wertangabe in Franc überdruckt. Der hier vorliegende kopfstehende Aufdruck wurde nur bei einem Bogen von 20 Marken (versehentlich) angebracht. Eine kleine unterschätzte Seltenheit, für deren Erwerb man nur alle paar Jahre die Gelegenheit hat.

Los 6678 51. Auktion


2021 – KW 40
Ein Muss für jeden 2 Euro Sammler

Ein Muss für jeden 2 Euro Sammler: 2€ Gedenkmünzen aus dem Fürstentum Monaco. In unserem Los 1662 aus der 51. Auktion finden sie nebst den „normalen“ 2 Euro Gedenkmünzen auch die seltenen Ausgaben aus

Monaco, wie 2007 Grace Kelly oder 2015 Schloß. Verpassen Sie nicht die einmalige Gelegenheit diese Seltenheiten Ihr Eigen zu nennen.


2021 – KW 39
Aufdruckausgabe "G.R. POST 6 CENTS MAFIA"

1890 hatten Deutschland und Großbritannien die Inseln Sansibar und Helgoland getauscht. Im Nachgang dieses Vertrages gelangte die Tansania vorgelagerte Insel MAFIA zur Deutschen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“. Im Januar 1915 besetzen britisch-indische Truppen die Insel, während große Teile Deutsch-Ostafrikas bis 1917 Deutsch blieben.

Für diese zweieinhalb Jahre verzeichnet der Michel vier Überdruckserien mit insgesamt 32 verschiedenen Hauptnummern und endliche Abarten. Stanley Gibbons listet noch zwei weitere Überdruckausgaben auf Indischen Militärpostmarken und kommt so auf 52 Hauptnummern.

Im Mai (laut Stanley Gibbons) oder Juli (laut Michel) verausgabte die britische Verwaltung auf Mafia die zweite Aufdruckausgabe „G.R. POST 6 CENTS MAFIA“ mit der die deutschen Marken von Heller und Rupien in Cents umgestellt wurden. Insbesondere die Rupienwerte dieser Ausgabe sind selten, in gestempelt sehr selten und so selten im Angebot, dass hier der Status „Unikat“ nicht auszuschließen ist. Die Gelegenheit zum Erwerb wird jedenfalls nicht so schnell wiederkommen.

Wahrscheinlich die schönste der drei Rupien-Werte in dieser Auktion: Los 6432, eine 2 Rupienmarke „grün“ in der Zeichnung Kaiserjacht, mit vollständigem, klaren Aufdruck und Stempel der brit. Feldpost „FPO 343“.